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Wenn die Waage Probleme macht

Juni 05
01:07 2015

Jeder, der schon einmal versucht hat, überflüs- sige Pfunde los zu werden, weiß wie schwer das ist.

Aber Übergewicht hat häufig Beschwerden wie Kurzatmigkeit, Schwitzen, schnelles Ermüden oder Schmerzen an Wirbelsäule, Hüft- oder Kniegelenken zur Folge.

Daneben ist Übergewicht der größte Risikofak- tor für Herz-Kreiskauf-Erkrankungen, Diabe- tes, Schlaganfall.

So weit – so schlecht!

Übergewicht entsteht, wenn dem Körper mehr Energie zugeführt wird als er verbraucht.

Wer abnehmen will, muss weniger zu sich neh- men und/oder mehr verbrauchen.

Den Erfolg möchte der Abnehmwillige mög- lichst schnell sehen.

Zeitschriften und der Büchermarkt sind über- füllt von Werken mit guten Ratschlägen und ultimativen Trends.

Diät- und Light-Produkte füllen mehrere Super- marktregale.

Wie sinnvoll sind die verschiedenen   Angebote

wirklich? Wo verstecken sich Fallen?

 

Helfen Light – Produkte beim Abnehmen? Die Bezeichnung “light” lässt viele Verbrau- cher glauben, dass diese Produkte “leichter” sind und daher perfekt beim Abnehmen helfen. Aber “light” heißt nicht immer, dass weniger Kalorien enthalten sind.

Es kann auch bedeuten, dass weniger Fett oder Zucker oder Alkohol enthalten ist.

Wird der Begriff “light” verwendet, muss auf der Packung angegeben sein, was das Produkt leichter macht.

Ist dieser Hinweis zum Beispiel “fettreduziert”, dann unterliegt diese Angabe gesetzlichen Bestimmungen und bedeutet, dass das Produkt 30% weniger Fett als ein vergleichbares her- kömmliches Lebensmittel enthält.

“Fettarm” enthält maximal 3g Fett pro 100 g oder 1,5% Fett pro 100 ml.

“Zuckerreduziert” bedeutet 30% weniger Zu- cker als ein vergleichbares Lebensmittel, “zuckerarm” hat maximal 5 g Zucker pro 100 g oder 2,5 g Zucker pro 100 ml.


Zucker und Fett sind für unsere Lebensmittel wichtige Geschmacksträger. Reduziert man sie, so muss der Geschmack auf andere Weise ver- bessert werden.

Das Ergebnis ist dann nicht unbedingt kalorien- ärmer oder gesünder.

Ein fettarmes Milchmixgetränk enthält zum Beispiel 30 bis 40 g Zucker pro 500 ml Flasche um einen vollmundigen Geschmack zu errei- chen.

Viele Hersteller mischen auch vermehrt Aro- men oder Kochsalz unter: Kartoffelchips mit weniger Fett enthalten sogar einen höheren Kochsalzgehalt als die klassischen Chips.

 

Natürliche fettarme Produkte sind zum Beispiel Joghurt oder Magerquark oder fettarme Milch. Bei ihnen wird der Fettgehalt in der Molkerei eingestellt, aber keine weiteren Zusätze beige- mengt.

Fettarme Joghurts mit Frucht oder Fruchtaro- men enthalten jedoch immer als Fettersatz eine größere Menge Zucker oder Süßstoff als nicht reduzierten Produkte.

 

Nur wenn der Brennwert im Vergleich zum durchschnittlichen Brennwert um mindestens 30% reduziert ist, darf “energiereduziert” oder “kalorienreduziert” auf dem Produkt stehen.

 

Diäten aus der Dose – mixen statt kochen

Der Einsatz von Formula-Diäten kann vorüber- gehend helfen, den Abnehmerfolg zu unterstüt- zen. Bei einer Formula-Diät werden Mahlzeiten ganz oder teilweise durch Fertigdrinks, Fertig- riegel oder Suppen ersetzt.

Dabei erhält eine Mahlzeit maximal 400 kcal, bei ausschließlicher Ernährung mit Formula- Diäten werden maximal 1200 kcal täglich auf- genommen.

Der Gehalt an Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß richtet sich nach den Empfehlungen der Deut- schen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Sie können als Motivationshilfe für eine be- grenzte Zeit eingesetzt werden, langfristig soll- te aber eine kalorienreduzierte Mischkost ange- strebt werden.

 

Der Jo-Jo-Effekt hat mit dem bekannten Spielzeug gemeinsam, dass es in schöner Re- gelmäßigkeit auf und ab geht.

Warum kommt es eigentlich im Anschluss an eine Reduktionsdiät zur verstärkten Gewichts- zunahme?

Für den Jo-Jo-Effekt ist neben der Rückkehr zu alten Ernährungsgewohnheiten auch eine Um- stellung des Stoffwechsels während der Diät verantwortlich. Der Grundumsatz wird vermin- dert, körpereigene Reserven werden abgebaut, um den Energiebedarf lebenswichtiger Organe zu decken. Der Stoffwechsel wird verlangsamt. Das hat zur Folge, dass nach einer Gewichtsre- duktion weitaus weniger Kalorien pro Tag be- nötigt werden. Das Wiederaufnehmen alter Er- nährungs- und Bewegungsgewohnheiten hat also unweigerlich wieder einen Gewichtsan- stieg zur Folge.

Fallen beim Abnehmen gibt es also reichlich.

In Büchern, Zeitschriften und im Internet gibt es jede Menge Tipps zu Ernährung und Bewe- gung. Aber welche davon sind tatsächlich wis- senschaftlich belegt?

Hierzu gibt es seit April 2014 die aktualisierte Leitlinie “Prävention und Therapie der Adiposi- tas, herausgegeben von der Deutschen Adiposi- tas-Gesellschaft (DAG) e.V., der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) e.V..

Die Leitlinien empfehlen, Maßnahmen zum Abnehmen zu ergreifen, wenn durch Überge- wicht bedingte gesundheitliche Probleme wie Bluthochdruck oder Typ-2-Diabetes vorliegen oder Erkrankungen durch Übergewicht ver- schlimmert werden, wie dies zum Beispiel bei einer Arthrose der Fall sein kann.

Als kritische Grenze (noch) ohne gesundheitli- che Probleme wird ein BMI ab 30 kg/m2 gese- hen. Der BMI (Body-Mass-Inedx) wird nach folgender Formel berechnet:

Körpergewicht (in kg) geteilt durch Größe (in m) zum Quadrat.

Nach dieser Leitlinie bringt effektiven Erfolg nur eine dauerhafte Veränderung der Ernäh- rungsgewohnheit in Kombination mit Bewe- gung. Damit die Aktion nicht schon nach kur- zer Zeit zum Frust führt, sollte man sich realis- tische Ziele setzten: wer pro Tag 500 kcal weniger zu sich nimmt, kann etwa 0,5 Kg pro Woche


abnehmen. Noch mehr bringt ein zusätzliches Plus an Bewegung. Empfohlen werden  mehr als 150 Minuten körperliche Aktivität pro Wo- che. Am besten belegt ist die Wirksamkeit von ausdauerorientierten Sportarten. Mehr Bewe- gung hilft nicht nur beim Abnehmen, sondern wirkt sich auch positiv auf den Stoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System aus. Gerade für Menschen mit bewegungsarmen Tätigkeiten ist flottes Spazierengehen am Abend sinnvoller als ein ausgedehntes Fernsehprogramm. Sportliche Aktivität führt zu einem erhöhten Energiebe- darf. Gleichzeitig kommt es zum Muskelauf- bau. Der Grundumsatz steigt, da die Muskeln auch in Ruhe Energie benötigen.

Auch nach der Phase des Gewichtsverlustes bleibt Bewegung wichtig, um das Gewicht langfristig zu stabilisieren.

 

Gewicht zu halten ist genau so schwer wie Ge- wicht zu verlieren. Zu groß ist die Gefahr, wie- der in seine alten Gewohnheiten zurückzufal- len. Daher empfiehlt die Leitlinie auch verhal- tenstherapeutische Ansätze.

Wem es alleine schwerfällt, sich an diese Re- geln zu halten, kann auch an organisierten Pro- grammen zur Gewichtsreduktion teilnehmen. Die Leitlinie weist darauf hin, dass man bei der Auswahl der Angebote darauf achten soll, dass die Komponenten Ernährung, Bewegung und Verhalten im Programm enthalten sind.

Wenig empfehlenswert sind Crash-Diäten mit extrem einseitigen Ernährungsformen.

Lange wurde gestritten, ob es besser ist, Koh- lenhydrate oder Fette zu reduzieren. Inzwischen weiß man durch mehrere Studien, dass es lang- fristig egal ist, welche Form von Kalorien man einspart. So kann jeder die Form wählen, die ihm am leichtesten fällt.

Interessanterweise hat man auch herausgefun- den, dass unregelmäßige Schlafzeiten und Schlafmangel Übergewicht fördern.

 

Die dicksten Nationen: Adipositas (Fettleibigkeit, BMI > 30) ist ein globales Prob- lem. Weltweit hat sich die Anzahl fettleibiger Menschen in den letzten 30 Jahren fast verdop- pelt.

Spitzenreiter ist Kuwait: hier sind 43% der Be- völkerung adipös, in den USA (Platz 8) sind es 31,8% , wir Deutschen sind auch schon mit 16% (im Jahr 2013) dabei.

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