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Oh wie schön ist Papenburg

Oh wie schön ist Papenburg
Dezember 01
05:09 2018

Unter diesem Motto unternahmen 36 Mitglieder/Nichtmitglieder am 12.09. eine Hafen- und Stadtrundfahrt mit anschließendem Buchweizenpfannkuchen essen. Los ging es um 13.15 Uhr vom Michaelisparkplatz und um 14.00 Uhr konnten wir an Bord der “MS Papenburg gehen und wurden von Kapitän Franz Bruns und seiner Frau begrüßt. Das Motto der beiden “Kiek doch rin un for mal mit” was wir dann auch taten. Mit Spannung erwarteten wir das Öffnen der beiden Brücken zunächst die Straßenbrücke und dann die Eisenbahnbrücke, damit wir dann in die Weite des Papenburger Hafens schipperten. Der Papenburger Hafen ist der südlichste Seehafen Deutschlands und Franz Bruns zeigte und erklärte uns jeden Winkel des Hafens verbunden mit kleinen Anekdoten z.B. bei der “So-Da Brücke”. Im südlichen Teil des Hafens liegen mittlere und größere Industrie- und Gewerbebetriebe und Firmen, allem voran die Meyer-Werft, der größte Arbeitgeber in der Region. Bei klarer Sicht konnten wir das größte mit Gas betriebene Kreuzfahrtschiff, die “AIDA NOVA” bestaunen – ein Schiff für 6600 Passagiere und 1400 Mann Besatzung. Das Staunen wurde noch größer, als wir hörten, dass ein Rettungsboot im Ernstfall 450 Personen aufnehmen kann. Der Seehafen Papenburg hat in der Ge
schichte der Stadt immer schon eine Schlüsselfunktion für die Entwicklung Papenburgs übernommen. Nachdem Dietrich v. Velen im Jahre 1630 das Lehn Papenburg erworben hatte, um eine Fehnkolonie aufzubauen, wurde 1638 das erste hölzerne Siel-unweit der heutigen Sielschleuseerrichtet. Dieses Siel mit den im Anschluss ausgebauten Kanälen, die der Entwässerung auch heute noch dienen, brachte die Verbindung “vom Moor zum Meer”.

Für die anschließende Stadtrundfahrt konnten wir als Begleiter und Stadtführer den ehemaligen Polizei- und allseits bekannten Kontaktbeamten Johannes Weiß gewinnen. Seine Ausführungen wurden mit viel Spannung und Freude aufgenommen und von den Teilnehmern immer wieder ergänzt und bestätigt. Es waren keine Geschichtszahlen – die man ohnehin wieder vergisst – sondern kleine ehemalige Ereignisse und Begebenheiten, an die er erinnerte, z.B. der alte Stapellauf, bei dem die Schiffe seitlich mit einer großen Flutwelle bis an die Bahngleise ins Wasser gelassen wurden; hinterher gabs es reichlich Fischmahlzeiten. Hannes Weiß rief auch den alten Kiosk an der Ecke Hauptkanal-Bahnhofstraße in Erinnerung und die Geschichte was sich in der “Bild -Zeitung ” versteckte-nämlich die tägliche Flasche Schnaps aufgerollt in der Zeitung und mit einem Gummi-

band zusammengehalten- alles für einen Heiermann- sprich 5,-DM. Wer dann mit 1,5 Promille auf dem Nachhauseweg erwischt wurde, musste bei 14 Tage in Haft Tüten kleben oder aus Heidekraut einen Schrubber bzw. Besen binden. Weiter ging es am Rathaus und an der Antonius Kirche vorbei. Die Antonius Kirche wurde mit 6.ooo.ooo Backsteinen gebaut und ein
“Plechsmann” ( Handlanger) aus Tunxdorf hat in 4 Jahren der Bauzeit alle Steine vom Schiff zur Baustelle mit der Karre gebracht. Weiter fuhren wir an Der Wiek entlang. Die Wiek hat noch die herkömmliche Breite von 6 Metern und die natürliche Böschung.. Besonders beliebt ist sie bei sehr kalten Wintern zum Schlittschuhlaufen. An der Wiek liegt auch die Bockwindmühle. Sie ist ein besonderer Zeitzeuge der ältesten Mühlentypen des Emslandes. Diese Mühle ist noch voll funktionsfähig. Ende der 80er Jahre hatte ein 8 jähriger Junge, als die Mühle bei leichter Brise in Betrieb war, eine kühne Idee. Er sprang an einen der Flügel und umrundete in luftiger Höhe die Mühle. Glücklicherweise verlief alles gut. Unsere Rundfahrt ging weiter an den Mittelkanal entlang an dem 2 Schleusen in Betrieb waren. An der 2. Schleuse gab es früher an jeder Seite eine Gaststätte.
Auf der rechten Seite war die bekannte Gaststätte “van der Pütten”- dort steht ein Kreuz, das nach einem Unglück von 3 Schneidermeistern errichtet wurde. Bei winterlichen Temperaturen fand in der Gaststätte eine Innungsversammlung statt, bei der auch Alkohol getrunken wurde. Als der erste Schneider nach Hause gehen wollte, wollte er die Schleuse passieren. Infolge von Unachtsamkeit und bedingt durch den Alkohol rutschte er in die Schleuse. Zwei weitere Schneider eilten zur Hilfe, sie waren aber auch nicht mehr einsatzfähig und stürzten ebenfalls in die Schleuse. Zum Gedenken an die Opfer wurde das Kreuz erstellt, gleichzeitig als Mahnung, dass Alkohol im öffentlichen Verkehr nicht sein sollte. Wir näherten uns nach einer guten Stunde dem Obenende. Das Wahrzeichen vom Obenende ist der alte Turm von 1848.Mit viel Mit und Opferbereitschaft wurde der achteckige Turm nach einem Vorbild in Riga/ Estland errichtet. Ein Ehrenmal für die Hilfe Gottes nach der Heimkehr von der tosenden See, von der doch viele nicht zurückkamen, ist mit dem Leitspruch der Kapitäne “Gott is min Leidsman” hier errichtet worden. Das letzte Ziel unserer Rundfahrt war die von-Velen-Anlage -ein Kleinod am Obenende. Diese Anlage bringt ein altes Stück Papenburg –

mit den Lebensumständen der ersten Siedler -“Den ersten sien Dod,den Twedden sien Not,den Dridden sien Brot”- näher; die Katen und Häuser sowie die Schiffe, die im Kanal liegen, erinnern eindrucksvoll an die Zeit. Auch eine Bootsfahrt mit der “Leidi” durch die Kanäle (fast wie im Spreewald) ist ein besonderes Erlebnis und sollte nicht
ausgelassen werden. Ein besonderes Schmuckstück ist der Garten , der neben dem “Papenburger Hus” liegt – ein Besuch lohnt sich immer .Für einen Gartenliebhaber sind viele ausgefallene Stücke zu finden.

Der Tag klang aus im gemütlichen “Papenburger Hus”. Hier wurden wir mit leckerem Buchweizenpfannkuchen “Bauckweiten-Janhinner” bewirtet. Jeder von uns hatte 2 Speckstücke im Pfannkuchen – das bedeutet, dass wir willkommen waren – bei einem Speckstück hätte es schlimm für uns ausgesehen dann wären wir nämlich keine willkommenen Gäste gewesen (ein alter Brauch, der sich früher auf den Auserwählten der Tochter bezog, der neu in die Familie kam). Auch der Kräuterlikör “Moorwoater” schmeckte so gut, dass wir den Trinkspruch nicht abwarten konnten und ihn sofort tranken. Der kam dann hinterher und so
passte es dann auch. Hier der Trinkspruch für den Kräuterlikör (das Rezept ist übrigens geheim) “Papenbörger Moorwoater is för alls gaud! Moakt mall in de Kopp un dünnt dat Blaut, Papenburger Moorwoater,ja dat is wall woahr,dat Tüch,dat schmeckt di wünnebor! De Papenbörger segg: Nimm di man äin,dann büst du bold wer up de Bäin” An diesem Abend gab es Pfannkuchen satt; der Pfannkuchenkönig war ein Feriengast aus Karlsruhe, der zusammen mit seiner Frau an der Fahrt teilnahm. Er verputzte 8 Pfannkuchen; ich glaube er hätte auch den 9. geschafft, wenn seine Frau ihn nicht gebremst hätte. In gemütlicher Runde endete dieser Tag.

Der Kommentar einer Teilnehmerin: “War das ein schöner Nachmittag mit viel Freude. Ich habe vollkommen abgeschaltet und das Ganze genossen. Bei der nächsten Fahrt bin ich wieder dabei.”

Besser konnte die Fahrt nicht kommentiert werden. Der Bus brachte uns wieder zum Marktplatz und gut gelaunt verabschiedeten sich alle voneinander.

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