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Unfallbericht eines Dachdeckers an seine Versicherung

Mai 28
00:18 2014

Der folgende Brief eines Dachdeckers ist an sei-ne Unfall Versicherung gerichtet und beschreibt die Folgen einer unüberlegten Handlung:
In Beantwortung Ihrer Bitte um zusätzliche In-formationen möchte ich Ihnen folgendes mittei-len:
Bei Frage 3 des Unfallberichtes habe ich „ungeplantes Handeln“ als Ursache meines Un-falls angegeben. Sie baten mich dies genauer zu beschreiben, was ich hiermit tun möchte.
Ich bin von Beruf Dachdecker. Am Tag des Un-falles arbeitete ich allein auf dem Dach eines sechsstöckigen Neubaus. Als ich mit meiner Ar-beit fertig war, hatte ich etwa 250kg Ziegel üb-rig. Da ich sie nicht alle die Treppe hinunter tra-gen wollte, entschied ich mich dafür, sie in einer Tonne an der Außenseite des Gebäudes hinun-terzulassen, die an einem Seil befestigt war, das über eine Rolle lief. Ich band also das Seil unten auf der Erde fest, ging auf das Dach und belud die Tonne.
Dann ging ich wieder nach unten und band das Seil los. Ich hielt es fest, um die 250kg Ziegel langsam herunterzulassen. Wenn Sie in Frage 11 des Unfallbericht-Formulars nachlesen, werden Sie feststellen, dass mein damaliges Körperge-wicht etwa 75kg betrug. Da ich sehr überrascht war, als ich plötzlich den Boden unter den Füs-sen verlor und aufwärts gezogen wurde, verlor ich meine Geistesgegenwart und vergaß das Seil loszulassen. Ich glaube ich muss hier nicht sa-gen, dass ich mit immer größerer Geschwindig-keit am Gebäude hinauf gezogen wurde.
Etwa im Bereich des dritten Stockes traf ich die Tonne, die von oben kam. Dies erklärt den Schädelbruch und das gebrochene Schlüssel-bein. Nur geringfügig abgebremst setzte ich meinen Aufstieg fort und hielt nicht an, bevor die Finger meiner Hand mit den vorderen Fin-gergliedern in die Rolle gequetscht waren. Glücklicherweise behielt ich meine Geistesge-genwart und hielt mich trotz des Schmerzes mit aller Kraft am Seil fest. Jedoch schlug die Tonne etwa zur gleichen Zeit unten auf dem Boden auf und der Boden sprang aus der Tonne heraus. Ohne das Gewicht der Ziegel wog die Tonne nun etwa 25kg. Ich beziehe mich an dieser Stel-le wieder auf mein in Frage 11 angegebenes Körpergewicht von 75kg.
Wie Sie sich vorstellen können, begann ich nun einen schnellen Abstieg. In der Höhe des dritten Stockes traf ich wieder auf die von unten kom-mende Tonne.
Daraus ergaben sich die beiden gebrochenen Knöchel und die Abschürfungen an meinen Bei-nen und meinem Unterleib. Der Zusammenstoß mit der Tonne verzögerte meinen Fall, so dass meine Verletzungen beim Aufprall auf dem Zie-gelhaufen gering ausfielen und so brach ich mir nur drei Wirbel.
Ich bedaure es jedoch, Ihnen mitteilen zu müs-sen, dass ich, als ich da auf dem Ziegelhaufen lag und die leere Tonne sechs Stockwerke über mir sah, nochmals meine Geistesgegenwart ver-lor! Ich ließ das Seil los, wodurch die Tonne, diesmal ungebremst, herunter sauste, mir drei Zähne ausschlug und das Nasenbein brach.
Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen Dachdeckermeister Ernst Schwindelfrei

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