Fidibus-Papenburg.de

Murphys Gesetz

September 01
00:02 2016

oder alles was schief gehen kann, geht schief

Kennen Sie Murphy? Den Edward Aloysius Murphy jr., der bei der amerikanischen Air Force als Flugzeugingenieur für Versuche zuständig war? Wahrscheinlich nicht, warum sollten Sie.

Vielleicht haben Sie auch schon einmal festgestellt, dass an einem bestimmten Tag einfach alles schief zu gehen scheint. Man ist dann „mit dem falschen Fuß“ aufgestanden, eine schwarze Katze ist einem über den Weg gelaufen, oder die Sterne (Horoskop) waren gegen einen – nur man selbst konnte nichts dafür.

Machen Sie sich keine Sorgen – natürlich können Sie nichts dafür – es war wieder dieser Murphy mit seinem elenden Gesetz !

Es wird also Zeit sich mit diesem Herrn näher zu befassen. Besagter Captain Murphy nahm 1949 auf dem kalifornischen Testgelände der US Air Force an Versuchen mit Testschlitten teil. Die Grenzen der menschlichen Belastbarkeit sollten herausgefunden werden. Dazu wurden an den Körpern der Testpersonen Mess-Sensoren befestigt. Es gab zwei Anbringungsmöglichkeiten – eine richtige und eine falsche. Das sehr teure Experiment schlug fehl, weil jemand sämtliche Sensoren falsch angeschlossen hatte.

Das veranlasste Murphy sein Gesetz zu formulieren. Hier die Urfassung: „Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, eine Aufgabe zu erledigen, und eine davon in einer Katastrophe endet oder
sonstige unerwünschte Konsequenzen nach sich zieht, dann wird es jemand genauso machen“.

Einige Tage später zitierte Major John Paul Stapp dies bei einer Pressekonferenz. Murphys Gesetz war geboren.

Besonders Natur- und Ingenieurwissenschaftler haben sich mit Murphys Gesetz beschäftigt. In der modernen Technik wird es als Maßstab für Fehlervermeidungsstrategien eingesetzt, z. B. in der Informatik und der Qualitätssicherung. Es gibt auch bereits ein eigenes Gesetz für Computerprobleme, dazu später. Im täglichen Leben tritt jedoch meist nicht der schlimmstmögliche Fall ein. Aber man erinnert sich in diesen seltenen Fällen vor allem an Murphys Gesetz Man nennt dies verzerrte Wahrnehmung.

Da viele Menschen eher pessimistisch denken, bemerken und beurteilen sie vorwiegend die negativen Ereignisse. Die positiven sind für sie eher selbstverständlich und somit weniger auffällig (selektive Wahrnehmung). Wichtig ist grundsätzlich, dass immer die anderen schuld sind oder die äußeren Umstände gegen einen gesprochen haben – man selbst kann nie etwas dafür. Beispiele: „Immer, wenn ich zur Arbeit fahre, ist Stau“. „An meiner Supermarktkasse ist die Schlange immer am längsten“. „Immer, wenn ich Urlaub habe, ist das Wetter schlecht“.

Murphys Gesetz bietet also eine perfekte Alibifunktion für alle Lebenslagen.
Murphys Gesetz
oder alles was schief gehen kann, geht schief von Dieter Modersohn

Angeblich geht Murphys Gesetz auf John W. Campbell jr. zurück (Finagles Gesetz), der einige Grundthesen zum Ablauf von Experimenten aufgestellt hat. Andere behaupten, das Finagle Gesetz sei eine Abwandlung von Murphys Gesetz. Es lautet jedenfalls ganz ähnlich: „Alles was schief gehen kann, geht schief – und das zum schlimmtsmöglichen Zeitpunkt“. Hegel nannte das „die Tücke des Objekts“.

Es gibt die Wirtschaftsvariante: 1. Die Info, die Du hast, ist nicht die Info, die Du willst. 2. Die Info, die Du willst, ist nicht die Info, die Du brauchst. 3. Die Info, die Du brauchst, ist für Dich nicht erreichbar. 4. Die Info, die Du bekommen kannst, ist teurer, als Du zu zahlen bereit bist.

Und die Variante für Experimente: 1. Wenn ein Experiment funktioniert, ist etwas nicht in Ordnung. 2. Unabhängig vom Resultat, wird es immer jemanden geben, der es 1. falsch interpretiert, 2. trickreich frisiert oder 3. glaubt, dass es seiner Lieblings- Theorie entspricht. 3. In einer beliebigen Datensammlung ist der Fehler dort, wo die Daten ganz offensichtlich richtig sind und deshalb nicht geprüft werden müssen. 1. jemand, den man um Hilfe bittet, wird den Fehler nicht sehen, 2. jemand der zufällig den Blick darauf wirft, sieht den Fehler sofort.

Besonders modern (und gemein) sind Murphys Computergesetze.

Erste digitale Ableitung: Murphys Gesetz wird durch Computer
optimiert.

Praxis Beweis: Irren ist menschlich. Für die richtig schlimmen Sachen braucht man Computer. Die sind in der Lage mehr als eine Sache gleichzeitig zu machen, also z. B. unter Datenverlust abzustürzen und gleichzeitig die einzig existierende Sicherheitskopie auf allen Laufwerken und Festplatten zu löschen.

Zweite digitale Ableitung: Alles was schiefgehen kann, geht auf einmal schief.

Dritte digitale Ableitung: Es geht auch schief, wenn es eigentlich nicht schiefgehen kann.

Vierte digitale Ableitung: Das Gesetz, dass alles, was schiefgehen kann, auch schiefgeht, wird durch den Computer optimiert.

Gesetz von der plattformübergreifenden Panne: Der einzige Unterschied zwischen verschiedenen Computersystemen besteht darin, dass der Anwender unterschiedliche Dinge tun muss, um dieselben Pannen zu produzieren.

Erste Erweiterung des Gesetzes von der plattformübergreifenden Panne: Wenn man bei verschiedenen Computersystemen dasselbe tut, wird man unterschiedliche Pannen produzieren.

Schlussbetrachtung: Deutschland ist reich an Sprichwörtern. „Ein Unglück kommt selten allein“ und die Gegenthese: „man hat Glück im Unglück“. Wir wussten also lange vor Murphys Gesetz Bescheid über „die Tücke des Objekts (frei nach Hegel).

4-Tage Wetter

Regenradar

Niederschlagsradar(Wetterradar) für Deutschland

Kategorien

Über uns !

Das offizielle Sprachrohr des Seniorenbeirates
der Stadt Papenburg – nicht nur für Senioren
Schon bei der Gründung des Seniorenbeirates Papenburg am 27. März 1996 kam die Idee auf, auch eine eigene Zeitschrift für die Senioren herauszugeben.

Diese sollte über das Vereinsleben berichten, interessante Themen aufgreifen, Ratschläge erteilen, aktuelle Vorschriften und Tipps behandeln.

Der „Gründungs-Redaktionsstab“ erstellte die Fidibus-Hefte Nr. 1 bis Nr. 51 im Zeitraum vom September 1997 bis März 2010.

Der zweite Redaktionsstab gab von Juni 2010 bis November 2012 die Hefte Nr. 52 bis Nr. 62 heraus.

Seit Heft Nr. 63 im März 2013 ist der amtierende Redaktionsstab für die Fidibus-Reihe verantwortlich.

Feste Rubriken des Fidibus sind:
〉〉der Veranstaltungskalender
〉〉Hinweise aus der Rechtsprechung
〉〉Deutsche Schreibschrift
〉〉Rezepte
〉〉humorvolle Beiträge
〉〉Rätsel-Beiträge in „Platt“
〉〉verschiedene sonstige Artikel

Der Fidibus erscheint viermal im Jahr, ist 28 Seiten stark und kostet einen Euro.

Drei farbige Seiten werden für Werbung freigehalten.

Der Fidibus wird von einem festen Abnehmerstamm gekauft, der ihn an seine Kundschaft oder Patienten weitergibt.

Dafür möchten wir uns an dieser Stelle, auch im Namen des Seniorenbeirates, herzlich
bedanken