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Husum – Auf den Spuren von Theodor Storm

Husum – Auf den Spuren von Theodor Storm
September 01
00:01 2019

30 reisefreudige Papenburger/innen machten sich am 16.06. gegen 8.00 Uhr
auf den Weg nach Husum in Schleswig-Holstein. Unsere Route ging nicht
über die Autobahn dorthin ; wir benutzten die Schwebefähre über die Oste
bei Hemmoor und probierten auch die Überfahrt mit der Fähre bei Wischhafen ( Wartezeit 1 Std. inbegriffen ) – das musste ja mal ausprobiert werden.
Die Oste verbindet Weser und Elbe und ist bekannt als ” Fluss der Fähren”.
Die Schwebefähre in Osten bei Hemmoor ist seit 2006 wieder in Betrieb und ist die älteste Schwebefähre. Eine unter dem Gerüst ( das Gerüst der Fähre erinnert an den Pariser Eiffelturm ) hängende Gondel  befördert ” schwebend” ihre Fahrgäste über den, an dieser Stelle
80 m breiten, Fluss Oste.
Zwischen April und Oktober verkehrt die Fähre stündlich. Die Fährfahrt war für uns ein kurzes, aber interessantes
Vergnügen. Mit dem Bus, der uns am Ufer abholte, ging es weiter zur Fähre nach Wischhafen. Wie konnte es anders sein – wir hatten eine Stunde Wartezeit, bis wir nach Glückstadt übersetzen konnten.
Beeindruckend ist die breite Mündung der Elbe. Die großen ” Pötte ” waren teilweise recht nahe. Damit aber hatten wir Hamburg mit dem dicken Verkehr umfahren. Alle 30 Minuten überquert die Fähre diese Elbmündung.

Nach einer guten Stärkung ( unser Busfahrer Frank versorgte uns mit leckeren Brötchen und Würstchen ) ging es weiter zum Eidersperrwerk.
Dieses Jahrhundertbauwerk wurde von 1967 – 1973 gebaut und steht an der
Mündung der Eider in die Nordsee bei Tönning. Das Sperrwerk besteht aus
zwei separaten Reihen mit jeweils
5 Toren, um eine größtmögliche Deichsicherheit zu erreichen.
Treppen führen hinauf auf das Sperrwerk
zu einem Fußweg, der eine gute Aussicht sowohl auf die Nordsee als auch auf die Eider bot. Wir waren alle sehr beeindruckt von dieser gewaltigen Anlage, gleichzeitig wurde uns auch die Gewalt des Wassers bewusst. Bei unserem Gang über das Sperrwerk wurden wir immer wieder von den Küstenseeschwalben und den Möwen attackiert, die direkt unterhalb des Sperrwerks ihre Jungen aufzogen und diese verteidigten. Das Naturschutzgebiet am Sperrwerk – das Katinger Watt – ist ein Brutrevier
für noch weitere Vögel wie Kiebitz, Graugans und Seeadler.

Nach einer weiteren Rast erreichten wir am späten Nachmittag unser Quartier – das “Thomas Hotel ” – direkt am Hafen von Husum gelegen ; ein Hotel zum Wohlfühlen und Ausspannen nach ereignisreichen Tagen, die wir erlebten; Frühstück und abendliches Büffet trugen immer dazu bei.
Der 2. Tag begann mit einer Stadtführung durch Husum. Volker, unser sehr
kundiger Stadtführer, ging mit uns durch die ” Krämerstraße ” und die ” Große Straße ” – die Hauptgeschäftsstraßen Husums – zum Marktplatz.
Die “Tine ” auf dem Platz ist die Symbolfigur Husums und stellt eine Fischersfrau dar, die ein Ruder trägt und deren Rock im Wind weht.
Hinter der Tine steht die Marienkirche, die viele von uns sich zu einem
späteren Zeitpunkt anschauten. Durch den wunderschönen Schlossgang –
überall blühten die Rosen vor den alten Häusern – erreichten wir das Husumer Schloss mit dem Park, der besonders im Frühjahr durch die Krokusblüte ( etwa 5 Millionen blaue Krokusse ) Tausende von Besuchern anzieht.
Die ehemalige Schlossküche, die ebenfalls auf dem Gelände steht,beherbergt heute ein Cafe; auch hier lud die Rosenpracht zum Fotografieren ein.Weiter ging es zum Theodor Storm Hotel mit einem
angeschlossenen Brauhaus, das wir noch zu einem späteren Zeitpunkt
heimsuchten.
Das schönste Haus in der “Wasserreihe” ist das Haus Nr. 31, in dem Theodor Storm viele Jahre seines Lebens verbrachte;
heute ist es das Theodor – Storm ´-Museum.
Unsere Führung endete am Hafen, wo sich Volker mit einem kleinen Gedicht verabschiedete.
Bis zu unserer Abfahrt nach Friedrichstadt blieb noch genügend Zeit, um einzelne kleine Geschäfte mit tollen
Angeboten heimzusuchen oder am Hafen einen kleinen Imbiss oder ein Krabbenbrötchen  zu genießen. Husum beeindruckte uns durch die vielen kleinen gepflegten Gassen, den blühenden Rosenstöcken vor den Häusern und der gemütlichen Atmosphäre.
Theodor Storm  kam mit vielen Gedichten und Novellen immer wieder in Erinnerung.
Nach einer erholsamen Mittagspause ging es am frühen Nachmittag nach
Friedrichstadt. Friedrichstadt liegt zwischen Eider und Treene und wurde
1621 gegründet.
Für die Errichtung einer Handelsmetropole wurden niederländische Bürger – besonders die verfolgten Remonstranten – in diese Gegend geschickt, die diese Stadt nach holländischem Vorbild aufbauten ; Friedrichstadt nennt man auch “Holländerstadt” und wirkt wie eine Miniaturausgabe von Amsterdam. Nach einer erholsamen Grachtenfahrt zeigte uns unsere Gästeführerin Heike den wunderschönen Marktplatz mit den Treppengiebelhäusern wie das “Edamerhaus” und die Apotheke.
In der Mitte des Platzes steht das Brunnenhäuschen, das mit 4 plattdeutschen
Sprüchen des Dichters Klaus Groth verziert ist. Weiter ging es zur Remonstranten Kirche – das schönste Gotteshaus von Friedrichstadt ; die keinen Altar, dafür aber eine wunderschöne Orgel hat.
Hier erklärte Heike uns ausführlich alles über das Leben der Remonstranten. Nach einer Rast auf dem Marktplatz ging es zurück nach Husum. Am Abend ließen wir den Tag in gemütlicher Runde noch einmal Revue passieren.
Der 3. Tag unserer Reise bot einen ganz besonderen Einblick in die Welt Nordfrieslands – die Halligen. Unser Reiseführer Volker holte uns am Hotel ab. Von Schlüttsiel aus fuhren wir mit der Fähre auf die Hallig Hooge – die schönste der zehn Halligen Nordfrieslands und wird deswegen auch die “Königin der Halligen ” genannt.
Hallig Hooge hat zehn Warften; die Häuser liegen auf künstlichen Hügeln, denn Deiche zum Schutz gegen Sturmfluten gibt es hier nicht. Abgeholt wurden wir von der Fähre mit einem Planwagen  und zu den einzelnen Warften gebracht.
Die Hanswarft – leider wurden hier Baumaßnahmen durchgeführt – ist die Hauptwarft mit Bürgermeisteramt, Feuerwehr, Geschäften, Gaststätten, Halligkaufmann
und der Schutzstation Wattenmeer.
In dem Sturmflutkino wurde es beeindruckend ruhig, als im Film gezeigt wurde, wie das Wasser bei Sturmflut immer weiter steigt, bis nur noch die Häuser aus dem Wasser ragen ; das bedeutet dann “Land unter “. Das geschieht etwa 2 – 6 mal im Jahr.

Die größte Attraktion auf der Hanswarft ist der Königspesel, eine Friesenstube aus dem 18. Jahrhundert mit wunderschönen Delfter Kacheln. In diesem Haus hat der dänische König Friedrich VI nach einer Besichtigung der damals zum dänischen Reich gehörenden Hallig in der Nacht vom 2. auf den 3. Juli 1825 übernachtet, weil eine Sturmflut eine  Abfahrt unmöglich machte. Weiter ging es mit dem Planwagen zur Kirchwarft. Die Backsteine der Kirche, das Gestühl sowie das Taufbecken und vermutlich auch die Kanzel stammen von einer zerstörten Kirche bei der Sturmflut 1634, als große Teile der Insel Strand untergingen ( die reiche Stadt Rungholt ging schon 1362 bei einer Sturmflut unter )
Von der Insel Strand sind heute noch die Inseln Nordstrand und Pellworm  sowie die Halligen geblieben.

Bei jedem “Land unter” werden die Halligen durch die Schlammablagerungen immer etwas größer. “De blanke Hans, he givt un nimmt”. Für die meisten Bewohner der Halligen ist der Tourismus die Haupterwerbsquelle; darum fuhr uns der Planwagen weiter zur Backenswarft.
Wunderschön und gemütlich ist hier der Friesenpesel, ein mit historischen flämischen Kacheln ausgestattetes Restaurant. Hier legten wir eine Verschnaufpause ein,
um dann mit dem Planwagen zum Fähranleger und von da aus aufs Festland
durch die Köge nach Husum zu fahren. Unser Reiseleiter Volker lieferte wieder so viele Informationen, so dass auch dieser Tag wieder ein besonderes Erlebnis war.
Der 4. Tag brachte uns nach Schleswig. Schleswig ist die älteste Stadt im ganzen Ostseeraum – bedingt durch die Wikinger, die sich hier ansiedelten.
Hier besichtigten wir den Schleswiger Dom St. Petri mit dem Brüggemann Altar oder auch Bordesholmer Altar.
Die erste Erwähnung findet die Basilika St. Petri um 1134, als Bürger aus der
Kaufmannsgilde dänischen König Niels in seinem Schloss erschlugen, nachdem er es abgelehnt hatte, das Schloss zu verlassen und in St. Petri Zuflucht zu suchen.
Ende des 19. Jahrhunderts erreichte der Dom die jetzige Größe. 1666 wurde der mehr als 12 m hohe Brüggemann Altar von dem Augustiner Stift  in Bordesholm durch Herzog Christian Albrecht in den Dom gebracht.
Der Altar mit fast 4oo Figuren stellt die
Kreuzigung Christi dar; der Bildhauer Hans Brüggemann wurde bei der Darstellung inspiriert von Dürers Holzschnitten. Die Bauarbeiten rund um den Dom störten uns nicht weiter, wir waren so fasziniert von der Beschreibung des Altars. Weiter ging es nach der Besichtigung zum Fischerviertel “Holm”,  das ganz in der Nähe des Domes liegt.
Das Viertel entstand um das Jahr 1000, als sich die Siedlung noch auf einer Insel in der Schlei befand. Seit dem 20. Jahrhundert ist der Holm mit dem Land verbunden. Zentraler Teil des Viertels ist ein kleiner Friedhof mit eigener Kapelle um den sich die einzelnen Fischerhäuschen
gruppieren.
Der Friedhof in der Mitte des Holms hat überhaupt nichts Unbehagliches; alles strahlt eine absolute Ruhe aus. Die kleinen Häuser rundherum mit den wunderschönen Türen und den duftenden Rosen haben uns begeistert.
Besonders die “Klönschnacktüren ” fanden wir toll ; hier kann man sich den Klönschnack mit Nachbarn und Bekannten richtig vorstellen; nur die obere Hälfte der Tür ist geöffnet; die untere Hälfte ist zum Anlehnen beim Hinausgucken gedacht.
Die Bewohner des Holms arbeiten heute noch als Fischer. Die Häuser liegen alle dicht am Wasser der Schlei ; die Boote liegen direkt hinter den Häusern mit einem eigenen Bootssteg. Bekannt ist die ” Holmer Beliebung”, die 1650 von Fischern gegründet wurde, um sich in Zeiten von Pest und Krieg gegenseitig helfen zu können.
Sie existiert noch heute und feiert jedes Jahr ein traditionsreiches Fest.
Dieser ereignisreiche Tag endete mit einem guten Essen (Fries. Büffet ) und mit einem gemütlichen Beisammensein in Husums ältester Gaststätte, dem
“Dragseth Gasthof “.

Am nächsten Morgen hieß es Kofferpacken und die Heimreise antreten. Die gewünschte Fleetfahrt in Hamburg konnte wegen des niedrigen Wasserstandes nicht gemacht werden; als Ersatz stand eine einstündige Alsterrundfahrt auf dem Plan, die von allen Teilnehmern gut angenommen wurde.

Gegen 20.00 Uhr waren wir dann wieder in Papenburg.
Diese Fahrt wird allen in guter Erinnerung bleiben und Theodor Storm auch, dessen Gedichte und Novellen wieder vermehrt gelesen werden.
Unserem Busfahrer Frank gilt ein besonderer Dank; er hat uns besonnen und
sicher gefahren und auf den Fahrten bestens für unser leibliches Wohl gesorgt.

 

 

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