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Bauchsache

Dezember 08
01:09 2014

Der Magen liegt im oberen Bauchbereich, bei mäßiger Füllung ist er etwa 20 – 30 cm lang und fasst um die 1,5 Liter Inhalt. Oben führt die Speiseröhre hinein, unten verschließt ein ringförmiger Muskel, der Pförtner, den Magen zum Zwölffingerdarm hin. Form und Größe sind aber individuell unterschiedlich. Sie hängen vom Füllungszustand, der Körperlage und dem Alter ab.

Der Magen ist ein Zwischenspeicher für alles, was gegessen wurde. Gelangen Nahrung und Flüssigkeit durch Schlucken in den Magen, sorgt regelmäßiges Zusammenziehen der Magenmuskeln dafür, dass alles vermischt und weitertransportiert wird. Das nennt man

Peristaltik.

Wenn uns beim Gedanken an leckeres Essen das Wasser im Mund zusammenläuft (Speichelbildung), beginnen gleichzeitig die Drüsen im Magen zu arbeiten, um Magensaft zu produzieren. Der Verdauungssaft enthält Salzsäure und Enzyme, die Nahrungsbestandteile aufspalten. Zwei bis drei Liter Magensaft werden jeden Tag aus den zahlreichen Drüsen der  Magenschleimhaut freigesetzt. Die Magenschleimhaut kleidet den Magen aus. Damit sie von der Salzsäure nicht selbst angegriffen wird, produzieren spezielle Zellen einen zähflüssigen Schleim, der die Schleimhaut mit einem dünnen Film überzieht.

Die Salzsäure sorgt dafür, dass Krankheitserreger, die mit der Nahrung eingewandert sind, abgetötet werden. Der Magensaft bereitet Nahrungsbestandteile so vor, dass sie im Darm verwertet werden können.

Dazu verweilt das Essen lange im Magen. Richtig nüchtern ist man erst zwölf Stunden nach der letzten Mahlzeit. Auch in der Nacht hat der Magen nicht Feierabend. Da arbeitet er zwar langsamer, aber er bildet ständig Magensaft und die Peristaltik sorgt dafür, dass er ständig entleert wird.

Verschiedene Faktoren können die Schutzschicht aus Schleim angreifen oder dazu führen, dass zu viel Magensäure gebildet wird.

Magenprobleme sind oft stressabhängig. Bei ständiger Nervenanspannung läuft die Bildung der Magensäure aus dem Ruder. Rauchen, Alkohol und einige Arzneimittel haben die gleiche negative Wirkung.

Die aggressive Magensäure richtet dann Schäden an: es entsteht eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) und im schlimmsten Fall, wenn auch tiefer liegende Hautschichten angegriffen werden, ein Magengeschwür (Ulcus).

Auch einige Medikamente sind bekannt dafür, dass sie bei längerer Anwendung die Magenschleimhaut schädigen.

Das sind zum Beispiel Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin), Diclofenac, Ibuprofen, Rheumamittel, aber auch Kortison, wenn es lange eingenommen werden muss.

Eine Gastritis kann aber auch durch das Eindringen eines Bakteriums, des Helicobacter

pylori, verursacht werden.

In den Körper gelangt dieser Erreger vermutlich schon im Kindesalter, den genauen Ansteckungsweg kennt man aber noch nicht. Bei jedem dritten Deutschen hat sich dieser Kein dauerhaft in den Zellen der Schleimhaut eingenistet.

Das ist ungewöhnlich, denn normalerweise überleben Bakterien die konzentrierte Magensäure nicht. Aber Helicobacter schützt sich mit einem Trick: er kann selber Ammoniak herstellen. Diese Substanz neutralisiert die Säure und ermöglicht ihm so das Überleben.

Die meisten Menschen merken gar nicht, dass sie diesen Keim haben. Sie haben zwar eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut, die ihnen aber keine Beschwerden bereitet.

Langfristig kann die chronische Gastritis aber auch zu Komplikationen wie einem Magengeschwür führen.

Das Symptom „Bauchschmerzen“ ist sehr allgemein und kann eine ganze Reihe von Ursachen haben. Meistens sind die Auslöser harmlos und schnell gefunden: eine zu üppige Mahlzeit, ein Gläschen zu viel Alkohol, verdorbene Speisen oder eine „Magen-Darm-Grippe“.

Manchmal ist die Diagnose komplizierter, denn in der oberen Körperhälfte befinden sich einige Organe, die für Bauchschmerzen verantwortlich sein können.

Sodbrennen, Gastritis und Magengeschwüre werden mit ähnlichen Medikamenten behandelt.

Da in allen Fällen das „zuviel“ am Magensäure die Ursache ist, kommen Medikamente zum Einsatz, die die Magensäure neutralisieren oder verhindern, dass zu viel Magensäure produziert wird.

Antacida (ant = gegen; acidum = Säure) puffern die Magensäure durch chemische Prozesse ab. Es handelt sich meist um Aluminium-Magnesium-Verbindungen. Sie sind als Kautabletten oder flüssig in Geltüten ohne Rezept erhältlich. Sie haben das früher gebräuchliche Natriumhydrogencarbonat (Natron, Bullrich-Salz) abgelöst.

Diese Mittel führten zu einem sehr schnellen Anstieg des pH-Wertes, worauf der Magen sofort mit dem Produktion von noch mehr Magensäure reagierte. Außerdem wird bei der Reaktion von Natriumhydrogencarbonat mit Salzsäure Kohlendioxid freigesetzt, was eine unangenehme Luftansammlung zur Folge hat.

 

Ein wesentlicher Fortschritt war die Entwicklung der H2-Blocker. Sie reagieren mit dem gleichen Rezeptor wie das körpereigene Histamin und verhindern über diesen Mechanismus die Freisetzung der Säure.

Der bekannteste Wirkstoff aus dieser Gruppe ist das Ranitidin.

Diese Wirkstoffgruppe wurde weitgehend abgelöst durch die Entwicklung der Protonen-pumpenhemmer. Diese Medikamente unterdrücken die Bildung von Magensäure.

Pantoprazol kam vor zwanzig Jahren auf den Markt. Salzsäure ist chemisch eine Verbindung aus Wasserstoff mit Chlorid. Der Wasserstoff ist in dieser Verbindung positiv geladen, also ein Proton.

Die Bildung der Magensäure erfolgt in den Belegzellen der Magenschleimhaut. Chlorid und Protonen werden getrennt voneinander in das Mageninnere abgegeben.

Die Protonen brauchen für ihren Weg in den Magen die „Protonenpumpe“.

In einer Fortbildung wurde die Protonenpumpe einmal als Hamsterrad dargestellt, der Protonenpumpenhemmer als Stock, den man durch dieses Hamsterrad schiebt, damit es nicht weiter gedreht werden kann.

 

Gelangen keine Protonen in das Mageninnere, kann sich mit dem Chlorid keine Salzsäure bilden.

Alle Protonenpumpenhemmer, auch das bekannte „Omeprazol“ wirken über diesen gleichen Mechanismus.

Die Wirkung ist nicht sofort spürbar wie bei den Antacida, sie hält aber lange an, da der Körper erst wieder neue Protonenpumpen bilden muss.

Diese Medikamente werden oft zur Vorbeugung von Magenproblemen verordnet, wenn über längere Zeit Magenschleimhaut schädigende Arzneimittel eingenommen werden müssen.

 

Die Menschen meinten schon sehr früh, dass es einen Zusammenhang von Bauch/Magen und der Gefühlswelt geben müsse.

Das bestätigen viele Redensarten aus unserem täglichen Leben:

  • Aus dem Bauch heraus handeln
  • Auf das Bauchgefühl hören
  • Ein flaues Gefühl im Magen haben
  • Schmetterlinge im Bauch haben
  • Auf den Bauch fallen
  • Sich die Beine in den Bauch stehen
  • Etwas schlägt einem auf den Magen
  • Es stößt uns etwas sauer auf
  • Liebe geht durch den Magen

 

 

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