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Winter – Olympiade 1936 – vor 80 Jahren in Garmisch-Partenkirchen

Juli 18
00:01 2018

Die Olympischen Sommerspiele für 1936 waren schon 1931 nach Deutschland vergeben worden, nachdem Berlin schon für 1916 vorgesehen gewesen war, aber wegen des ersten Weltkrieges ausfiel.

Mit dieser Vergabe verbunden war auch ein Vorrecht für die Austragung der Winterspiele.

Am 24. Januar 1933 wurde die Gründungssitzung des Deutschen Olympia-Organisationskomitee (OK) abgehalten. Die Schirmherrschaft hatte zunächst Reichspräsident Paul von Hindenburg übernommen.

Nach dessen Tod übernahm Reichskanzler Adolf Hitler am 13. November 1934 die Schirmherrschaft für die beiden Deutschen Olympiaden 1936.

Das Reichspropagandaministerium bildete am 16. Januar einen Olympia-Propagandaausschuss, der für die Öffentlichkeitsarbeit der Spiele zuständig war.

Im OK saßen unter Anderen die deutschen IOC-Mitglieder Theodor Lewald, Adolf Friedrich zu Mecklenburg und Karl Ritter von Halt.

Die IV. Olympischen Winterspiele fanden vom 6. bis 16. Februar in Deutschland, genauer in der oberbayerischen Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen statt.

Wobei es schon im Vorfeld dieser Spiele zu einigen Unstimmigkeiten kam.

Garmisch und Partenkirchen waren zwei unabhängige, eigenständige Gemeinden mit eigenen Schulen, Krankenhäusern, Rathäusern, Trachtenvereinen, usw..

Partenkirchen war die ältere Gemeinde,

deren Name auf die römische Reisestation „Partanum“ zurückgeht.

Diese lag an einem vorrömischen Handelsweg, einem Nebenzweig der am Lech entlangführenden Via Claudia, der nach der Eroberung des nördlichen Alpen- und Voralpenraumes durch Drusus und Tiberius im Jahr 15. v. Chr. ausgebaut wurde.

Die Römer nannten die neue Straße „Via Raetia“, sie wurde 200 nach Christus gebaut.

Partanum war also ursprünglich ein römischer Posten, wo die Pferde gewechselt wurden, bevor die beschwerliche Weiterreise über Mittenwald, den Seefelder Sattel, den Zirler Pass hinunter ins Inntal und dann hinauf zum Brenner und weiter nach Italien erfolgte.

Die älteste erhaltene Urkunde, die Garmisch als Siedlung urkundlich erwähnt, trägt die Jahreszahl 802.

Beide Gemeinden legten großen Wert auf ihre Eigenständigkeit.

Als Grenze galt  der Fluss  Partnach, der im hinteren Reintal entspringt.

Östlich der Partnach war Partenkirchener Gebiet, westlich Garmischer Territorium.

Für Alteingesessene gilt das noch heute.

Zur Durchführung der IV. Olympischen Winterspiele wurden ab 1933 die Voraussetzungen geschaffen.

Neben dem Bau der Sportstätten war ein Zusammenschluss der beiden Gemeinden unumgänglich.

Der erfolgte 1935 gegen den Widerstand der beiden Gemeinden.

Der zuständige Gauleiter Adolf Wagner berief die Ratsmitglieder und den Bürgermeister von Garmisch, die besonders uneinsichtig waren,  nach München und drohte ihnen bei weiterer Weigerung mit der Einweisung nach Dachau.

Noch am gleichen Tag entschied sich der Garmischer Rat zum Zusammenschluss der beiden Gemeinden zur „Marktge- meinde Garmisch-Partenkirchen“.

Das offizielle Logo der Winterspiele  zeigt den Wahrzeichenberg von Garmisch-Partenkirchen, die 2628 m  hohe Alpspitze.

Durch die Olympischen Ringe ziehen sich von rechts oben nach links unten zwei geschwungene Linien.

Sie sollen eine Ski-Spur symbolisieren.

Am 6.  Februar 1936 wurden die IV. Olympischen Winterspiel im Olympia-Skistadion eröffnet.

Die Einführungsrede hielt der Präsident des deutschen OK, Karl Ritter von Halt.

Unter Marschmusik liefen 28 Nationen ein, mit insgesamt 646 Teilnehmern, davon 80 Frauen.

Erstmals wurden alpine Skiwettbewerbe ausgetragen, zu denen auch weibliche Teilnehmer zugelassen waren.

Und schon gab es wieder Ärger, weil das IOC im Gegensatz zur FIS keine Skilehrer zu den Rennen zuließ, weil diese als „Profis“ angesehen wurden.

Die Österreicher und die Schweizer boykottierten daher die Herren-Rennen.

Die Deutschen waren sehr erfolgreich; bei den Damen gewann Christl Crantz den Wettbewerb aus Abfahrt und Slalom, bei den Herrn Franz Pfnür.

So sahen damals Ski-Rennläufer/innen aus.

Bei den Eiskunstläufern gewann Herbert Baier  im Herrenwettbewerb Silber und

im Paarlauf zusammen mit Maxi Herber die Goldmedaille.

Mit drei Gold– und drei Silbermedaillen erreichte Deutschland den zweiten Platz im Medaillenspiegel.

Die erfolgreichste Nation war Norwegen mit 7 Gold -, 5 Silber – und 3 Bronzemedaillen mit ihren herausragenden Athleten Birger Ruud beim Skispringen und Sonja Heni, die zum dritten Mal in Folge Gold beim Eiskunstlauf gewann.

Insgesamt wurden  mit rund 500.000 Besuchern der IV. Olympischen Winterspiele ein neuer Rekord erzielt.

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