Fidibus-Papenburg.de

Ein Hase namens Leo

September 01
01:17 2015

Die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft

Angefangen hat alles in diesem zeitigen Frühjahr. Ein süßes kleines Häschen saß auf der Wiese im Vorgarten und
knabberte an den alten, von Frost und Schnee ziemlich ramponierten Grashalmen.

Das Häschen – oder war´s ein Kaninchen? – war so herzig, dass man es am liebsten auf den Arm genommen hätte
um Knuddeln. Jeden Morgen, wenn ich aus dem Küchenfenster sah, suchte ich nach unserem kleinen Freund.
Manchmal machte er und die Freude und nahm auf unserer Wiese Platz. Als dann im Frühling die ersten zarten
grünen Halme in der Wiese sprossen, sah ich ihn nicht mehr.
Aber ach, welche Überraschung ! Im hinteren Garten hatte unser kleiner Freund Quartier bezogen. Man sah ihn
nun öfter morgens oder abends auf der Wiese sitzen. Das Frühjahr war ein schlechtes; Frost, Eis und
Schnee gab´s bis Ende März und als ich einmal bei besserem Wetter einen Rundgang machte,
entdeckte ich einige unschöne kahle Stellen im Rasen.
Na gut dachte ich, wächst ja wieder Gras drüber. Wir sahen ihn dann eigentlich regelmäßig und er gedieh prächtig.
Der Appetit schien gewaltig, was uns die vielen Hasenküttel verrieten.
Doch dann bekam unsere Freundschaft einen ersten Knacks. Die Erdbeerpflanzen waren kahlgefressen und
mein Zorn beträchtlich ! Ich beschloss, dass der Hase ab sofort Platzverbot bekam.
Ja, ja ! Und wie macht man das ? Jedes mal wenn ich ihn sah, stürzte ich hinaus um ihn zu verjagen.
Aber zu spät ! Er entwischte, kam aber immer wieder. Er fühlte sich so heimisch, dass er sogar einen
Spielgefährten mitbrachte. Wir gaben auf, ließen ihn gewähren !
Zum Glück trieben die Erdbeeren erneut aus, das Gras wuchs schneller und verdeckte die kahlen Kotstellen.
Hase Leo, wie er nun bei uns hieß, richtete sich häuslich ein. Er bewohnte das dichte Unterholz einiger kriechender Koniferen.
Ab und zu sah man ihn flitzen, wenn die Nachbarskatze uns einen Besuch abstatte.
Er wurde groß und uns kamen erneut Zweifel, was er denn nun war, ein Hase oder ein Kaninchen?
Die Ohren waren überdurchschnittlich groß aber keine richtigen Hasenohren, die Hinterläufe hasenmäßig groß
und im Kontrast zum übrigen Körperbau. Wir einigte uns darauf, dass Leo´s Mutter wohl fremdgegangen sein müsse …
Inzwischen war Somme und Leo suchte ein neues Zuhause. Er wählte die Tanne im Rondell mitten in der Wiese.
Dort verbrachte er nun seine Tage und verlor jede Scheu.
Man konnte bis auf einen Meter an ihn herankommen und mit ihm sprechen.
Je nach Laune blinzelte er kurz und legte dann die Ohren an und verschlief den Rest der Ansprache.
Er machte noch Ausflüge in die Nachbargärten und wurde dort bestaunt, kam aber immer wieder durch
ein Loch im Zaun zurück.
Eines Abends wurde ich durch ein Rascheln an der Terrassentür gestört.
Leo saß auf der Matte und riskierte einen Blick ins Wohnzimmer. Am nächsten Morgen war er immer noch da!
Und man konnte an ihm vorbeigehen ohne dass er Anstalten machte wegzulaufen.
Um Fressen bemühte er sich zwei Meter nach vorn auf die Wiese, um dann mit vollem Bauch unterm
Terrassentisch sein Schläfchen zu machen. Das Tier ist krank, dachten wir, aber als die Mietze ihn einmal dort vorfand,
sauste er unter den Tannenbaum. Von wegen krank !
Allmählich wuchs sich seine Anhänglichkeit zum Problem aus. Die Terrassentür musste nun immer geschlossen
werden, da man ja nicht ausschließen konnte, dass der Hase Leo auf dem Sofa Platz nehmen würde zum Fernsehen!
Außerdem war seine „Hinterlassenschaft“ auf der Terrasse kein schöner Anblick. Was tun?
Ihn direkt zu verjagen brachten wir nicht übers Herz. Am nächsten Morgen war Leo nicht mehr an seinem Stammplatz
und auch die Suche an seinen Lieblingsplätzen blieb erfolglos. Da sahen wir ihn nebenan auf der Schafweide.
Er hatte wohl Fernweh bekommen oder das Gras war dort saftiger, wer weiß. Schweren Herzens wurde nun der
Durchschlupf verriegelt und abgewartet. Er kam nicht mehr ! Er hatte auch keinen neuen Durchschlupf gebuddelt,
er wurde überhaupt nicht mehr gesehen. Ob er böse mit uns war, dass er beschloss in die Fremde zu gehen?
Wir werden es nicht erfahren. Ab und zu sieht man meinen Mann verstohlen nach ihm Ausschau halten,
aber der Hase Leo hat uns die Freundschaft entzogen, was wir ja eigentlich auch verdient haben.

4-Tage Wetter

Regenradar

Niederschlagsradar(Wetterradar) für Deutschland

Kategorien

Über uns !

Das offizielle Sprachrohr des Seniorenbeirates
der Stadt Papenburg – nicht nur für Senioren
Schon bei der Gründung des Seniorenbeirates Papenburg am 27. März 1996 kam die Idee auf, auch eine eigene Zeitschrift für die Senioren herauszugeben.

Diese sollte über das Vereinsleben berichten, interessante Themen aufgreifen, Ratschläge erteilen, aktuelle Vorschriften und Tipps behandeln.

Der „Gründungs-Redaktionsstab“ erstellte die Fidibus-Hefte Nr. 1 bis Nr. 51 im Zeitraum vom September 1997 bis März 2010.

Der zweite Redaktionsstab gab von Juni 2010 bis November 2012 die Hefte Nr. 52 bis Nr. 62 heraus.

Seit Heft Nr. 63 im März 2013 ist der amtierende Redaktionsstab für die Fidibus-Reihe verantwortlich.

Feste Rubriken des Fidibus sind:
〉〉der Veranstaltungskalender
〉〉Hinweise aus der Rechtsprechung
〉〉Deutsche Schreibschrift
〉〉Rezepte
〉〉humorvolle Beiträge
〉〉Rätsel-Beiträge in „Platt“
〉〉verschiedene sonstige Artikel

Der Fidibus erscheint viermal im Jahr, ist 28 Seiten stark und kostet einen Euro.

Drei farbige Seiten werden für Werbung freigehalten.

Der Fidibus wird von einem festen Abnehmerstamm gekauft, der ihn an seine Kundschaft oder Patienten weitergibt.

Dafür möchten wir uns an dieser Stelle, auch im Namen des Seniorenbeirates, herzlich
bedanken