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Die Spiele der XI Olympiade vor 80 Jahren in Berlin

Juni 26
18:16 2016

Vorgeschichte:

Für die Olympischen Sommerspiele war Berlin bereits 1916 vorgesehen.

Wegen des ersten Weltkrieges fielen die jedoch aus.

Bis 1925 war Deutschland aus der olympischen Gesellschaft ausgeschlossen, da es als Verursacher des ersten Weltkrieges angesehen wurde.

Dann wurde aber 1931 in Lausanne für Berlin als Austragungsort für die Spiele der XI Olympiade 1936 gestimmt.

Zu diesem Zeitpunkt wurde die Politik in Deutschland von der „Weimarer Republik“ ausgeübt.

Die Spiele sollten vom 1. bis 16. August stattfinden.

Übrigens finden in diesem Jahr die Spiele der XXXI Olympiade vom 5. bis 21. August 2016 in Rio de Janeiro statt.

 

Als 1933 Adolf Hitler die Macht übernahm, waren es vor allem die USA, die

große Bedenken gegen die Durchführung der Olympischen Sommerspiele in Deutschland hatten.

Besonders wegen der Diskriminierung der Juden wurde ernsthaft darüber nachgedacht, Deutschland eventuell die Sommerspiele 1936 in Berlin wieder abzu-erkennen.

Das IOC forderte von der deutschen Regierung die Verpflichtung, die olympischen Regeln zu respektieren und deren Einhaltung zu garantieren.

Die Regierung verpflichtete sich dazu und versprach freien Zugang zu den Olympiamannschaften für alle Rassen und Konfessionen, sowie ein unabhängiges Organisationskomitee einzurichten.

 

Umgesetzt wurden diese Versprechungen in der Praxis jedoch nicht.

 

Der Reichssportführer stellte z. B. fest, dass Juden die moralische Qualität fehle, um Deutschland zu vertreten.

 

Die USA und Frankreich waren dafür,  die Spiele in Deutschland zu boykottieren.

In den USA entstand die sogenannte „Fair-Play“ Bewegung, die auch von der „Amateur-Atletic-Union“ (AAU) zumindest teilweise unterstützt wurde.

Frankreich, die Niederlande, England, die Tschechoslowakei, die Schweiz und die skandinavische Staaten gründeten im Dezember 1935 ein Komitee zur Koordinierung der Boykottbestrebungen gegen die Olympischen Spiele in Deutschland. Die „Fair-Play“ Bewegung unterstütze das Komitee.

Der damalige Präsident der AAU, Avery Brundage, war jedoch gegen einen Boykott.

Er argumentierte, man solle die amerikanischen Sportler teilnehmen lassen, um die Überlegenheit des freiheitlichen amerikanischen Systems gegenüber des Faschismus zu beweisen.

Bei der Jahreshauptversammlung der

AAU hatte Brundage, der auch Vorsitzender des US-NOKs war, die Sorge, die Befürworter der Spiele würden unterliegen.

Er verzögerte daher die Abstimmung um einen Tag um mehr positive Stimmen zusammen zu bekommen.

Diese Taktik ging auf.

Am 8. Dezember 1935 stimmte die AAU mit 58 zu 56 Stimmen für die Olympia– Teilnahme der USA.

Daraufhin schlossen sich die anderen Nationen diesem Votum an.

Die Olympischen Spiele in Deutschland konnten – allerdings ohne Russland und Spanien – wie geplant stattfinden,

 

Die Spiele der XI Olympiade in Berlin

wurden vom 1. bis zum 16 August 1936 in Berlin ausgetragen.

Waren schon die Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen bezüglich teilnehmender Athleten und Anzahl der Zuschauer ein bis dahin nie stattgefundenes Großereignis, sollten die Spiele in Berlin alle bisherigen Maßstäbe übertreffen.

Es nahmen 49 Mannschaften teil, mit

3961 Athleten, davon 328 Frauen.

Es fanden 129 Wettbewerbe in 19 Sport-arten statt.

Auch die Zuschauerzahlen übertrafen alles bisherige.

Bei der Eröffnungs- und der Schlussfeier waren jeweils über 90.000 Zuschauer dabei.

Erstmals fand ein Fackellauf von Griechenland bis Berlin statt.

Bevor das olympische Feuer ins Stadion gebracht wurde, wurden zwei „Altäre“

im Berliner Stadtzentrum entzündet.

Deutschland war die erfolgreichste

Nation mit 33 Gold-, 26 Silber- und 30 Bronze-Medaillen.

Allerdings stellte Deutschland auch die meisten Athleten.

Auf Platz zwei folgten die USA mit 24 Gold-, 20 Silber- und 12 Bronze-Me-daillen.

Der erfolgreichste Sportler war der farbige US-Amerikaner Jesse Owens mit vier Goldmedaillen im Weitsprung und beim 100-, 200- und 4 x 100- Meterlauf.

Den Machthabern des dritten Reiches gefiel das gar nicht, weil das den eigenen Theorien zur Überlegenheit der arischen Rasse widersprach.

Erfolgreichster deutscher Olympia-Sieger war der Turner Konrad Frey mit dreimal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze, gefolgt von der Schwimmerin Hendrika Masten aus den Niederlanden mit dreimal Gold und einmal Silber.

Auch im Modernen Fünfkampf wurden die Erwartungen übertroffen.

Der Hauptmann der Luftwaffe, Gotthard Handrick siegte erstmals in einer bislang von Schweden dominierten Sportart.

Hermann Göring war sehr stolz über den Sieg „seines“ Luftwaffenoffiziers. Der wurde noch in der Führerloge zum Major befördert. Die oft gelesene Behauptung, Hitler habe keinem Sieger persönlich gratuliert, stimmt in diesem Falle nicht.

Gotthard Handrick ist bis heute der einzige männliche Deutsche, der den modernen Fünfkampf bei Olympischen Spielen gewonnen hat. Die Teilnahme von Frauen wurde erstmals 2000 in Sidney zugelassen.

In Peking 2008 wurde von Lena Schöneborn 72 Jahre nach Gotthard Handrick wieder eine Goldmedaille im Modernen Fünfkampf für Deutschland gewonnen. Über die Sommer-Olympiade drehte Leni Riefenstahl den zweiteiligen Dokumentar-Film „Olympia“, der für die damals herausragende Technik und Regie viel Beifall erhielt.

Schlusswort:

Die Begeisterung über die gelungenen Sommerspiele von Berlin, war seinerzeit     im In- und Ausland sehr groß. Nach dem Krieg änderte sich diese Einschätzung jedoch gründlich. In erster Linie wurden die Spiele als gigantische Propaganda-Veranstaltung eingestuft. Leni Riefenstahl wurde als Produzentin des „Propa-gandafilms“ hart kritisiert. Gotthard Handrick ebenfalls, weil er als Pilot 1937 in der „Legion Condor“ in Spanien geflogen war.

Avery Brundage, der Gegner des Olympiaboykotts, wurde Präsident des IOC von 1952 – 1972. Nach dem Attentat in München (Zitat: „The Games must go on“) trat er zurück. Er starb 1975 im Kreiskrankenhaus Garmisch-Parten-kirchen.

 

 

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