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Moin, Hallo, Grüß Gott, Servus …

Juli 18
00:12 2018

Sprachlich korrekt ist eigentlich nur ein höfliches „guten Tag“, das passt überall in Deutschland und weist den Sprecher als Kenner des „Hochdeutschen“ aus.

Der Tageszeit entsprechend kann auch ein freundliches „guten Morgen“ oder „guten Abend“ ausgesprochen werden.

Wobei spätestens ab 11:00 Uhr ein „guten Morgen“ als ebenso unpassend empfunden wird, wie ein „guten Abend“ vor 18:00 Uhr.

Im Emsland und in Ostfriesland sagt man „Moin“, was sich zwar ursprünglich von „guten Morgen“ ableiten soll, aber inzwischen den ganzen Tag über als freundlicher Gruß verwendet wird.

Und so bleiben Irritationen nicht aus.

Kürzlich habe ich wegen meines Abos mit einem Verlag in Frankfurt gesprochen. Als ins Emsland eingewanderter Bayer habe ich die Dame am Telefon mit einem fröhlichen „Moin“ begrüßt.

Sie meinte schnippisch, um 11:30 Uhr sei es wohl kein guter Morgen mehr.

Ich habe sie – noch immer höflich – im besten Hochdeutsch gefragt ob es ihr lieber gewesen wäre, wenn ich sie mit „Grüß Gott“ angesprochen hätte.

Darauf kam ein völlig unpassendes Gelächter und die Antwort „wenn ich ihn sehe“. Als Bayer wird man in so einem Fall „grantig“ (ungehalten).

Ich habe daher das Abo gekündigt.

Grundsätzlich sollte man bestimmte Bemerkungen im deutschsprachigen Alpenraum vermeiden:

„Wenn ich ihn sehe“, (auf Grüß Gott), „Schiieem-See“ (Chiemsee), „Seppl“ für Einheimische. Auch ein schneidiges „Tach“ oder ein flottes „Tschüss“ erzielen keinen Beifall. Vielmehr wird man nicht als witzig, sondern eher als „siebn-gscheiter“ (besserwisserischer) Tourist angesehen. In der Regel werden auswärtige Gäste mit Nachsicht behandelt.

Wer aber ins „Fettnäpfchen“ tritt, muss evtl. im Lokal auf das Weißbier oder den Schweinsbraten lange warten.

Und am Münchner Viktualienmarkt bekommt man wahrscheinlich auch keine „Leberkäs-Semmel“, wenn man ein „Fleischkäse-Brötchen“ bestellt.

Aber woher stammen Begrüßungen wie „Moin“, „Grüezi“, „Grüß Gott“ usw.?

Im Niederländischen und Rheiderländer Platt wird Moin auch für „gut“ benutzt. Das Hamburger „Moin, Moin“ könnte somit für guten Morgen stehen.

Andere Quellen leiten es vom Berliner Soldaten Jargon ab: „Morjen“ (zackig).

Im Süden heißt es „(gun) Morgn“ und wird spätestens nach der Brotzeit, also   ab ca. 10:00 Uhr nicht mehr verwendet.

„Grüß Gott“ oder Griaß Di God“ bedeutet Gott grüße Dich. Auch das schweizerische „Grüezi“ geht in diese Richtung.

Genauer trifft es der spanische Gruß

„Vaya Con Dios – geh mit Gott“.

In Mode ist auch das eigentlich neutrale und lässige „Hallo“. Im Süden kann es aber als unangebrachte, oberflächliche Vertraulichkeit empfunden werden. Einheimische reagieren daher oft mit einem muffigen „selber Hallo“.

„Servus“ wird hingegen besonders im Süden als persönliche und vertrauliche Gruß- und Abschiedsformel verwendet.

Wenn der Gegenüber nicht „Geduzt“, sondern mit „Sie“ angesprochen wird, lautet die Begrüßung „Grias Eahna God oder „Grias God, wia geht´s Eahna ?“

Ein neuer Arbeitskollege, frisch versetzt von Delmenhorst nach München, war darüber anfangs so verwirrt, dass er mich fragte: „was habt Ihr denn dauernd mit Eurer Erna? Ich kenne keine Erna“! Die kennt er zwar noch immer nicht, aber inzwischen weiß er was gemeint ist.

 

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